36 - 37 Seit Juni 2023 ist die wieder ein- gerichtete Stelle des Gewaltschut- zes durch unsere Mitarbeiterin Frau Horak mit einer halben Stelle in der LEA Sigmaringen besetzt. Herausfordernd war, dass seit Sep- tember die Anzahl vulnerabler Menschen – wie Kinder und allein reisende Frauen – die in der LEA untergebracht wurden, stark an- stieg, wodurch die Stelle des Gewalt- schutzes eine besondere Bedeutung zukam. Grundsätzlich sind die Dienstleister in der LEA zu einer Kooperation mit dem Gewaltschutz bereit. Heraus- fordernd ist die zeitliche Begrenzung durch die 50%-Stelle und den zu leis- tenden Aufgabenumfang. Dadurch ist eine individuelle Beratung der ge- flüchteten Menschen, die von Gewalt betroffen sind, nicht im notwendigen Maß möglich. Hier muss viel durch die SuV der LEA Sigmaringen kom- pensiert werden. Sozial- und Verfahrensberatung im Ankunftszentrum in Meßstet- ten Die unabhängige Sozial- und Verfah- rensberatung in der Erstaufnahme- stelle Meßstetten, die die drei Träger Caritas Zollern, Caritas Schwarzwald- Alb-Donau und Diakonische Bezirks- stelle Balingen zusammen verant- worten, ist für die Begleitung der ukrainischen Kriegsflüchtlinge nach ihrer Ankunft in Deutschland zuständig. In der Unterkunft sind ausschließlich Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, darunter auch die eth- nische Minderheit der Roma, unter- gebracht. Das Team ist zuständig für Geflüch- tete in allen Lebensphasen, jedoch kommen besonders viele Familien Im vergangenen Jahr wurde vom Bund die Finanzierung der Asyl- verfahrensberatung übernom- men, die bis dahin, so wie die Sozialberatung, bei den Ländern verortet war. Für die Beratungsstel- le vor Ort bedeutete das Schulungen und Fortbildungen, damit alle Be- rater*innen in der Asylverfahrens- beratung bundesweit nach dem gleichen Standard arbeiten. Eben- falls musste nun in der Beratungs- praxis zwischen diesen beiden Be- reichen differenziert werden. Das war sicherlich im Jahr 2023 für die Beratungspraxis die größte Verände- rung im Vergleich mit den bisherigen Abläufen. Veränderungen bedeuten erst einmal Mehrarbeit für die Mit- arbeiter*innen des Dienstes, was bei kontinuierlicher Unterbesetzung teil- weise nur schwer zu bewerkstelligen war. Im Jahr 2023 fanden 4.300 Beratun- gen statt, die von einer Vollzeitkraft und vier Teilzeitkräften der Sozial- und Verfahrensberatung durchge- führt wurden. Es erscheint nahezu unmöglich, mit so wenig Personal solche Zuläufe zu bewältigen. Und dennoch zeigt es, wie wichtig weiter- hin die Arbeit der Wohlfahrtsverbän- de von Caritas, Diakonie und DRK in der Erstaufnahmestelle in Sigmarin- gen ist. Neben der Tätigkeit in der LEA hat das Team auch in diesem Jahr bei verschiedenen Veranstaltungen im Landkreis mitgewirkt wie bei der „Vesperkirche“, dem „politischen Nachtgebet“ und dem „Tag des Flüchtlings“. Gewaltschutz in der Erstaufnah- meeinrichtung in Sigmaringen • Aufgaben im Gewaltschutz 1. Struktureller Gewaltschutz • Überarbeitung des Gewalt- schutzkonzepts Einrichten des Monitorings in der Einrichtung Angebot von Schulungen/ Workshops an die Mitarbeiten- den aller Dienstleister in der LEA • • 2. Bewohnerbezogene Themen Vulnerable Personen identi- • fizieren Von Gewalt betroffene Perso- nen/Familien aufsuchen, zum Gespräch einladen, Maßnah- men absprechen Identifizieren und Erfassen von Bedingungen und Situationen, in denen strukturelle Gewalt eine Rolle spielen und zu Kon- flikten führen könnte • 3. Wiederkehrende Gespräche mit den Leitungen der unterschiedli- chen Dienstleister in der LEA • Bezüglich der Handlungsweisen der Organisation und /oder einzelner Mitarbeitender, die Auswirkungen auf die geflüch- teten Menschen der LEA haben können Aufgrund von Beschwerden geflüchteter Menschen über die Behandlung durch Mitarbeiten- de in der Einrichtung Absprachen zu Vorgehenswei- sen im Alltagsablauf, die Ver- besserungen, Erleichterungen und Vereinfachungen für die geflüchteten Menschen in der Einrichtung bewirken können • •